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Thema Gesundheit

Stress

Termindruck, Zeitnot, Hetze - und plötzlich der Gedanke "Das schaff ich nie". Nervosität macht sich breit, man gerät ins Schwitzen, unsere Finger beginnen wie von selbst nervös auf den Tisch zu trommeln. "Kampf oder Flucht?" fragen unsere körpereigenen Mechanismen den Kopf. Stress ist nämlich ein uraltes Programm unserer Gene, ein lebenswichtiger Vorgang und ganz natürlicher Verteidigungsmechanismus. Stress in Maßen ist gesund, Dauerstress aber ist die Krankheit der Gegenwart.

Fast jeder kennt Situationen, in denen er sich überfordert, nervös, gereizt oder gar hilflos fühlt. Die kurze Frage "Stress"?, ist heute schon fast zum geflügelten Wort geworden. Stress und Hektik sind Phänomene unserer Zeit. Nicht umsonst kosten die so genannten "Zivilisationskrankheiten" jährlich viele hunderttausende Menschen das Leben. Langzeitstress kann zu einer Reihe von Gesundheitsproblemen führen, darunter Migräne, hoher Blutdruck, Herzgefäßkrankheiten, Magengeschwüre und Schwächung des Immunsystems. Zusätzlich verstärkend wirkt sich aus, dass Menschen unter chronischer Belastung oft keine Zeit zum Essen haben, zur Entspannung "mal schnell zur Zigarette" greifen und abends noch "ein paar Bierchen" zum besseren Einschlafen trinken. Wenn alles nichts hilft, ist der Griff zur Tablette schnell getan: eine gegen den nervösen Magen, eine gegen die Einschlafstörungen und eine gegen den Kopfschmerz. Dabei ist Stress an sich positiv, erst das Übermaß macht krank.


Die vier Ebenen der Stressreaktion
Wer akutem physischen oder psychischen Stress ausgesetzt ist, bei dem löst das Gehirn eine Kettenreaktion aus. Der Körper wird darauf vorbereitet, die erkannte Bedrohung zu bekämpfen oder vor ihr zu fliehen. Reaktionen können in vier Bereichen beobachtet werden: der kognitiven, der emotionalen, der vegetativ-hormonellen und der muskulären Ebene.


"Auch das noch!"
Im ersten Schritt wird wahrgenommen, dass eine Stress auslösende Situation auf einen zukommt. In dieser "kognitiven Ebene" können bereits Konzentrationsmangel, Denkblockaden oder "Blackouts" auftreten. Verstärkt wird dies durch gedankliche Bewertungen: "Das geht schief" oder "Auch das noch". Jeder kennt das.


Kampf oder Flucht?
Schnell mischen sich dazu Gefühle, die sehr unterschiedlich sein können. Während der eine zu Angriff und Aggressionen tendiert, stellen sich beim anderen Angstgefühle bis hin zur Panik ein. Das Gehirn erkennt die Krisensituation und sendet durch chemische Boten – so genannte Neurotransmitter - Alarmsignale aus. Diese lösen die Produktion von Hormonen aus, deren Aufgabe es ist, den Körper in Alarmbereitschaft zu versetzen. Die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin, Testosteron und Cortisol werden ausgeschüttet. Der Atem wird schneller, Herz und Kreislauf arbeiten stärker, die Pupillen weiten sich, die Blutgefäße verengen sich, der Blutdruck steigt, Verbrennungsvorgänge werden beschleunigt, Schweißreaktionen treten auf.


Fingertrommeln, nervöse Mimik
In dieser Situation ist die gesamte Skelettmuskulatur angespannt, der Körper wie bei einem Panther zum Sprung bereit, auf Angriff oder Flucht optimal eingestellt. Äußerliche Anzeichen dieser muskulären Reaktion sind nervöses Fußwippen, starre Mimik, das Trommeln der Finger oder beim Raucher der Griff zur Zigarette "um etwas in der Hand zu haben".
Diese Kampf-Flucht-Reaktion ist zwar in lebensbedrohlichen Situationen wie etwa zur Vermeidung eines Verkehrsunfalls nützlich, bei Routinestress jedoch gesundheitsschädlich. Stellt sich die Frage: "Wie kann man Stress erkennen" oder noch besser, "wie kann man Stress bekämpfen?"


Stress erlebt jeder anders
Unterscheiden muss man sicherlich zwischen akuten Stresssituationen und langfristiger Stressbewältigung. Zunächst ist Stress individuell von der seelischen Widerstandsfähigkeit abhängig. Der psychisch robuste Mensch hat ein ausgeprägtes Selbstwertgefühl und fühlt sich in der Regel in der Lage, sein Leben zu meistern. Nach dem Motto "Veränderungen sind Chancen" geht er die Dinge mit Gelassenheit an. Anders reagieren psychisch labile Menschen. In jeder Veränderung sehen sie zunächst eine Bedrohung und liefern sich den Reaktionen des Stresses willenlos aus. Methoden zur Stressbewältigung müssen deshalb auch individuell angepasst werden, um optimal zu wirken.


Abschalten will gelernt sein
Entspannung ist eine Kunst, die viele verlernt haben. Die Kunst "vom Alltag loszulassen" ist jedoch nötiger Gegenpol zum angespannten Aktionismus. Wer ewig auf Hochtouren läuft, an dem werden sich Geist und Körper rächen. Wer die Signale missachtet - Gereiztheit, innere Unruhe, Erschöpfung, Lustlosigkeit, schnellerer Herzschlag - wird schlimmstenfalls durch den totalen Zusammenbruch gezwungen, seine eigenen Grenzen zu akzeptieren. Zur Stressbewältigung eignen sich verschiedene Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training aber auch regelmäßiges Spazieren gehen und Sport.


Medikamente gegen "Stress" ?
Wer dem Stress nicht ganz entgehen kann, sucht nach Möglichkeiten, trotzdem etwas für seinen Körper zu tun, um diesen vor den Einflüssen des Stresses zu schützen. In jüngster Zeit sind in diesem Zusammenhang insbesondere die Vitamine E, C und Beta-Carotin in aller Munde. Sie schützen vor "freien Radikalen", die bei ganz normalen Stoffwechselvorgängen, vermehrt aber bei Stress entstehen. Passiert dies im Übermaß, können sie Zellen und Gewebe angreifen. Besonders geeignet scheint die Kombination aller drei Vitamine, da die Vitamine E, C und Beta-Carotin jeweils unterschiedliche, Hand in Hand arbeitende Schutzfunktionen im Körper ausüben.

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